Wir verstehen uns!

 

Am Freitag vor den Osterferien zeigten sechs Mitglieder der Gruppe Würzburg zusammen mit ihren sechs Boxern in der Grundschule Güntersleben den Kindern der Klassen 1 bis 4, wie Hund und Kind bestens miteinander klar kommen. Um es gleich vorwegzunehmen: es war ein toller Vormittag, an dem weder der Unterricht noch der Spaß zu kurz kamen.

Einmal drei und einmal vier Klassen bekamen für jeweils eineinhalb Stunden in der Turnhalle „Hunde - Unterricht“. In der ersten Schulstunde erfuhren die Kinder wichtige Verhaltensregeln im Umgang mit Hunden, während je fünf Boxer friedlich nebeneinander liegend auf ihren Einsatz warteten und sich so schon mal auf die vielen Kinderhände einstellen konnten, die sie bald mit Streicheleinheiten verwöhnen wollten. Bei der Vermittlung der Regeln, die sich an die 12 Goldenen Regeln des VDH anlehnten, wurde Wert darauf gelegt, den Grund für die jeweilige Regel aufzudecken, damit sie leichter behalten und umgesetzt werden können:

Warum hetzt der Hund hinter Kindern her, die davonrennen? Warum soll ich einem Menschen in die Augen schauen, wenn ich mit ihm spreche, es jedoch dringend vermeiden, einem Hund in die Augen zu starren? Was empfindet der Hund, wenn man ihm über den Kopf streichelt oder gar darauf herumtätschelt? Diese und noch viele Fragen mehr wurden geklärt – oft mit Hilfe eines guten Basiswissens der Kinder, die sowohl von positiven als auch von negativen Erfahrungen mit Hunden berichteten und sogar zum Teil die Ursache für das „negative“ Verhalten des Hundes herausarbeiten konnten. Mit Hilfe einer Hündin konnten auch Aussagen über die Form und die Funktion der verschiedenen Zähne gemacht werden. Anschließend durfte ein Kind sich einen Boxer aussuchen und mit ihm den anderen Kindern die richtige Annäherung an einen fremden Hund vorführen, während die übrigen Kinder auch auf die Reaktion des Hundes achten sollten. So konnten Ohren, Kopf und vor allem der Schwanz als wichtiges Kommunikationsmittel erkannt werden. An diesen informativen, für die jüngeren Kinder auch etwas anstrengenden Teil schloss sich das an, worauf die Kinder alle gewartet hatten: endlich durften sie zum Streicheln nach vorne kommen! Und bis auf ganz wenige Ausnahmen kamen auch alle, um zu streicheln, die Ohren und Pfoten anzuschauen, Leckerlis zu geben, ein Boxerküsschen zu bekommen oder die Zitzen der Hündinnen nachzuzählen. Die meisten Kinder wollten alle Hunde streicheln, und so wurde das Gewusel um die Hunde immer größer. Da galt es dann für unsere Boxer die Ruhe zu bewahren und zu erfahren, dass auch viele Kinder von hinten und von vorne nicht bedrohlich sind. Dabei benahmen sich alle Hunde vorbildlich, egal ob Hündin oder Rüde, ob zwei, vier oder acht Jahre alt!

Zum Abschluss setzten sich die Kinder noch einmal auf ihre Plätze zurück und erfuhren etwas über den kinderlieben, aber doch manchmal etwas übermütigen Boxer. Die Kinder durften einen Fadenknochen und ein Apportierholz herumgehen lassen, das Gewicht eines ausgewachsenen Boxers wurde geschätzt und mit einem Kindergewicht verglichen, die Stärke der Hunde wurde mittels eines Zugtests Hund – Kind ermittelt. Dann durften die Kinder die jeweiligen Besitzer zu Alter, Vorlieben und Tricks ihrer Hunde befragen. Fragen zu Welpen und Zucht wurden von der Fachfrau beantwortet, diejenigen zum Hundesport, aber auch zur Haltung allgemein, sowie zu Anschaffungs- und Haltungskosten gingen an alle Hundeführer. Kindern und Lehrern hat der Unterricht sehr gut gefallen, und das ein oder andere Kind hätte gerne einen unserer Hunde mitgenommen: „Gell, bei mir merkt man, dass ich gern einen Hund hätte?“

 

Viel Freude beim Nachahmen wünschen:

Karin Kirchner mit Odin vom Frankenland, Christel Kuttkat mit Perle von Mauritius, Nicole Strauch mit Gundl vom Frankenland und Alma vom Rhöner Blut, Angelika Wägelein mit Almira-Kira vom Rhöner Blut, Sylvia und Frank Wiesner mit Helena vom Lohrbachtal